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Prävention

Aus Unfällen lernen

Tödliche Unfälle durch Brände / Explosionen

Tödliche Verletzung durch Verpuffung bei Flexarbeiten an einem Benzintank

Ein 46 Jahre alter Vorarbeiter (Bruder des Unternehmers) wollte einen ausgedienten Benzintank einer Betriebstankstelle, die seit mehr als 15 Jahren nicht mehr in Gebrauch war, für die Verschrottung vorbereiten. Dazu wollte er den Benzintank (Inhalt etwa 800 l) auftrennen. Beim Arbeiten mit einem Winkelschleifer kam es durch Entzündung noch vorhandener Benzindämpfe plötzlich zu einer Verpuffung. Dabei erlitt der Vorarbeiter tödliche Verbrennungen. Darüber hinaus gerieten der Gabelstapler, welchen der Verunglückte zum Transport des Tanks eingesetzt hatte, und das nebenstehende Spänesilo in Brand.

Während der Trennschleifarbeiten am Benzintank hätte der Tank entweder mit einem inerten Gas (Stickstoff, Kohlendioxid) ständig gespült oder der Tank bis auf die Bearbeitungsstelle mit Wasser gefüllt sein müssen.

Trennschnitt am Kessel, zerborstener Kessel
Trennschleifarbeiten an einem Kessel, ausgeführt mit einem Winkelschleifer, die anschließend zu einer Entzündung von Benzindämpfen führten und den Kessel zum Bersten brachten.


Verpuffung bei Reinigung eines Airless-Gerätes

Ein 48 Jahre alter Arbeiter – als Teilzeitkraft beschäftigt - sollte ein Airless-Spritzgerät reinigen. Als er mit der Spritzpistole in die Öffnung eines Behälters mit verschmutzter Nitro-/Waschverdünnung spritzte, kam es zu einer Verpuffung und nachfolgend zum Brand. Dabei erlitt der Arbeiter tödliche Verletzungen. Das Airless-Hochdruck-Spritzgerät war zum Unfallzeitpunkt auf einen Rollwagen gesetzt. Ein am Spritzgerät angebrachtes Erdungskabel war nicht an einer Potentialausgleichsschiene angeklemmt, die an einem Stützpfeiler fest installiert war. Der Behälter mit verschmutzter Verdünnung stand auf einem Spanplattenboden. Wegen des fehlenden Potentialausgleiches konnte es durch elektrostatische Aufladung der Spritzpistole nach Berührung mit dem Behälter zu einem Funkenüberschlag und dadurch zu einer Zündung des im Behälter vorhandenen Lösemitteldampf-Luft-Gemisches kommen.

Ausgebrannter Lackierbereich
Der Lackierbereich nach dem Brand. Pfeil1 weist auf das Airless-Geräte, Pfeil 2 auf den Behälter mit Verdünnung


Verbrennungen nach Verpuffung bei Parkettverlegearbeiten

Ein 50 Jahre alter Geselle war beauftragt, in einem Reihenmittelhaus im Kellergeschoss Holzparkett zu verlegen. Der Teppichboden war bereits vom Hausbesitzer entfernt worden. Allerdings befanden sich noch Kleberreste auf dem Boden. Um diese zu entfernen, löste der Verunglückte die gesamte mit Kleberresten versehene Bodenfläche mit einem Lösemittel an. Als er die angelösten Kleberreste mit einem Eisen-Flachschaber abkratzte, kam es zu einer Explosion. Der Geselle erlitt dabei tödliche Verbrennungen. Die Kellerräume waren zum Unfallzeitpunkt sehr schlecht durchlüftet. Das verwendete Lösemittel hatte eine sehr geringe untere Explosionsgrenze, weshalb sich in kurzer Zeit ein explosionsfähiges Gemisch einstellen konnte. Durch das Kratzen mit dem Eisen-Flachschaber kam es zu Funken, die das Lösemitteldampf-Luft-Gemisch zur Explosion brachten.

Explosionsort
Ein durch ein Stahlwerkzeug erzeugter Funken löste die Explosion des Aceton-Luft-Gemisches mit verheerenden Folgen aus