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Forschung
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Forschung/Veröffentlichungen

 

Neue Erkenntnisse zum Holzstaub

Die Holz-BG hat gemeinsam mit dem BGFA - Forschungsinstitut für Arbeitsmedizin der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung in einer industriebasierten Fall-Kontrollstudie das Risiko, an einem sinonasalen Adenokarzinom durch Holzstaub und chemische Zusatzstoffe zu erkranken, untersucht.

Im Zeitraum von August 2003 bis Januar 2005 wurde die berufliche Exposition von mehr als 300 Personen, darunter 129 Krebsfälle, detailliert ermittelt und die Ergebnisse in der Fachzeitschrift Occupational and Environmental Medicine 2008; 65: 191 – 196 mit dem Titel „Occupational risks for adenocarcinoma of the nasal cavity and paranasal sinuses in the German wood industry“ veröffentlicht.


Ergebnisse

Das Risiko, an einem sinonasalen Adenokarzinom zu erkranken, ist bei Tischlern/Schreinern (OR 2,96, 95% CI 1,46 – 6,01) deutlich höher als bei Sägewerkern (OR 0,15, 95% CI 0,03 – 0,68). Das Risiko ist bei einer durchschnittlichen Holzstaubexposition von 5 mg/m³ oder mehr im Vergleich zu einer durchschnittlichen Holzstaubexposition von weniger als 3,5 mg/m³ wesentlich größer (OR 48,47, 95% CI 13,30 – 176,63).

Im Konzentrationsbereich zwischen 3,5 und 5 mg/m³ besteht ein ebenfalls signifikant erhöhtes Risiko (OR 10,54; 95% CI 3,34 – 33,27). Des Weiteren war eine wahrscheinliche Exposition gegenüber Holzbeizen vor 1970 mit einem signifikanten Risiko assoziiert (OR 3,03; 95% CI 1,11 - 8,26). Keinen nachweisbaren Einfluss auf das Risiko dieser speziellen Krebsform hatte eine Exposition gegenüber Holzschutzmitteln, Klarlacken und Formaldehyd. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sinonasale Adenokarzinome sehr selten auftreten. Risikoschätzungen basieren daher auf kleinen Fallzahlen und sind folglich mit einer relativ großen statistischen Unsicherheit verbunden.

Schlussfolgerung

Das Risiko, an einem sinonasalen Adenokarzinom zu erkranken, ist bereits ab einer Konzentration von 3,5 mg/m³ signifikant erhöht. Für Konzentrationen unter 3,5 mg/m³ konnte aufgrund des Studiendesigns und der Seltenheit der Erkrankung keine zuverlässige Angabe zum Risiko ermittelt werden.

Korrespondenz

Dr. B. Pesch
BGFA-Forschungsinstitut
Für Arbeitsmedizin der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung
Bürckle-de-la-Camp-Platz 1,
44789 Bochum
pesch@bgfa.de
Dr. J. Schulze
Holz-Berufsgenossenschaft
Turnerstraße 5 – 9
33602 Bielefeld
schulze@holz-bg.de

 


Forschungsvorhaben
"Standardisierung einer einfachen und schnellen Testmethode zur Bewertung von Stoffen bezüglich ihres (geno)toxischen Potentials bei Nasenschleimhautzellen - beispielhafte Anwendung auf Stoffe aus der Holzverarbeitung
"

Bei der Holzbearbeitung und beim Holzschutz werden zahlreiche Chemikalien eingesetzt. Manche dieser Stoffe werden unter anderem mit Krebs in Verbindung gebracht. Es ist daher notwendig, solche Stoffe auf ihre gesundheitliche Wirkung zu untersuchen. Dies setzt das Vorhandensein einer einfachen und schnellen Testmethode voraus. Auf Initiative der Holz-BG haben das Deutsche Krebsforschungszentrum, DKFZ, und das Berufsgenossenschaftliche Institut für Arbeitsmedizin, BGFA, sich im Rahmen eines Forschungsvorhabens gemeinsam um die Entwicklung einer entsprechenden Methode bemüht. Der Titel des gemeinsamen Forschungsvorhabens umreißt sehr gut das Ziel: "Standardisierung einer einfachen und schnellen Testmethode zur Bewertung von Stoffen bezüglich ihres (geno)toxischen Potentials bei Nasenschleimhautzellen - beispielhafte Anwendung auf Stoffe aus der Holzwirtschaft". Wie sich gezeigt hat, steht mit der inzwischen standardisierten, das heißt, in verschiedenen Labors praktizierbaren, Mikrogel-Elektrophorese eine weitgehend sichere Testmethode zur Verfügung. Die Holz-BG hat bei der Berufsgenossenschaftlichen Zentrale für Sicherheit und Gesundheit, BGZ, angeregt, diese Methode kurzfristig für die Prüfung von Holzschutzmitteln verpflichtend zu machen.